Die Syphilis (auch Lues oder Lues venera genannt) ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Dabei gelangt der Krankheitserreger – das Bakterium Treponema pallidum – über die Schleimhaut oder über kleine Hautrisse in den Körper. Syphilis zählt deshalb zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, wie beispielsweise Gonorrhö (Tripper) oder Genitalherpes.
Eine Ansteckung über Blutkontakte oder Bluttransfusionen ist möglich, kommt hierzulande aber sehr selten vor. Auch die Krankheitsübertragung von einer Schwangeren auf ihr ungeborenes Baby ist in Deutschland eher die Ausnahme. (Mehr dazu im Kapitel Ursachen und Ansteckung).
Syphilis kann heutzutage erfolgreich behandelt werden. Deshalb ist die Krankheit etwas in Vergessenheit geraten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie noch immer weltweit verbreitet ist, und dass die Zahlen in den letzten Jahrzehnten sogar wieder angestiegen sind. In Westeuropa erkranken pro Jahr etwa zwei von 100.000 Personen, hauptsächlich im dritten und vierten Lebensjahrzehnt. Männer sind häufiger betroffen, insbesondere, wenn sie Sex mit Männern haben.
Symptome treten nur bei jeder zweiten Syphilis-Infektion auf. Im typischen Fall entsteht dann an der Eintrittspforte des Erregers – also beispielsweise am Penis oder an der Scheide – ein schmerzloses Geschwür mit hartem Rand (harter Schanker, Ulkus durum). Etwas später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. Im weiteren Verlauf breitet sich Treponema pallidum über den Blut- oder Lymphweg im ganzen Körper aus. Dann kommen Hautausschläge, Fieber, Haarausfall und viele weitere Symptome vor. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie entweder ausheilen – oder über Jahre anhalten, zum Teil auch ohne Symptome zu verursachen. Noch nach Jahrzehnten können schwere Organschäden auftreten. Die gefürchtete Neurosyphilis zerstört Gehirn und Rückenmark. (Mehr dazu im Kapitel Symptome).
Diagnose: Die Symptome deuten oft schon auf die Krankheit hin. Bestimmte Blutuntersuchungen oder der Erregernachweis sichern die Diagnose. Die Krankheit ist meldepflichtig. Das bedeutet: Der Laborarzt, der anhand von Proben eine behandlungsbedürftige Syphilis feststellt, meldet den Krankheitsfall ohne Angabe des Patientennamens an das Robert-Koch-Institut. Diese Einrichtung erforscht und überwacht in Deutschland Infektionskrankheiten. Der behandelnde Arzt liefert ergänzende Angaben, zum Beispiel zum vermuteten Infektionsweg.
Therapie: Gegen Syphilis hilft das Antibiotikum Penicillin. Bei Penicillinallergie kann der Arzt ersatzweise andere Antibiotika verschreiben. Wichtig ist es, dass der Erkrankte seinen Partner informiert, dass er sich angesteckt haben könnte und sich vielleicht ebenfalls behandeln lassen muss. Liegt die Infektion schon länger zurück, sollten unbedingt auch frühere Partner auf ein mögliches Ansteckungsrisiko hingewiesen werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 06.12.2011
Bildnachweis: iStock/Iurii Krycvenko
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