bakterielle Infektionskrankheit, die von Nagetieren auf den Menschen übertragen wird. Früher war die Pest weltweit verbreitet, heute tritt sie nur noch vereinzelt und örtlich begrenzt in Nord- und Südamerika und weiten Teilen Nordasiens und Afrikas auf. Die Erkrankung und der Erregernachweis sind meldepflichtig.
Ursache: Der Erreger Yersinia pestis führt auch bei Ratten zur Erkrankung und wird unter ihnen durch Flöhe weitergegeben. Der Mensch steckt sich über Flohstiche infizierter Flöhe oder durch direkten Kontakt mit den Nagetieren über Hautverletzungen (z. B. Bisse) an. Die Lungenpest kann auch über Tröpfcheninfektion (z. B. Husten) von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.
Befund: 2–10 Tage nach Ansteckung bricht die Erkrankung plötzlich aus. Es werden vier Formen unterschieden, die mit z. T. hohem Fieber einhergehen. Die Beulenpest (auch Bubonenpest) beginnt mit einer sehr schmerzhaften Entzündung der Lymphknoten, die eitrig-geschwürig zerfallen. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es zu einer Überschwemmung des Blutes mit Pesterregern (Blutvergiftung). Die Lungenpest kann sich (auf dem Blutweg) aus der Beulenpest entwickeln, aber auch primär entstehen, wenn der Erreger über Tröpcheninfektion in die Lunge gelangt ist. Im zweiten Fall ist die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch sehr kurz (1–2 Tage), der Verlauf durch raschen Übergang in ein Versagen von Lunge und Herz schwerer und fast immer innerhalb von 2–5 Tagen tödlich. Auch die Lungenpest kann Ausgangsort für die Pestsepsis sein. Diese kann auch ohne Vorstadium direkt entstehen; sie endet infolge eines mehrfachen Organversagens fast immer tödlich. Eine milde Verlaufsform der Pest ist die abortive Pest, die nur einen Lymphknoten befällt und mit leichtem Fieber einhergeht.
Behandlung: Die Pest kann sehr effektiv durch eine Kombination von Antibiotika in hoher Dosierung behandelt werden. Hygienische Maßnahmen (Rattenbekämpfung, Insektizide) haben zu einer weltweiten Eindämmung der Erkrankung erheblich beigetragen. Bei Reisen in Risikogebiete sollte eine Schutzimpfung erfolgen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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