bei Frauen auftretende Vermehrung und Verdickung der Haare im Sinne eines männlichen Behaarungsmusters ohne sonstige Zeichen einer Vermännlichung.
Ursache: Hirsutismus kann durch eine vermehrte Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene), z. B. bei hormonproduzierenden Tumoren der Nebennierenrinde oder der Eierstöcke, auftreten. Auch nach Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. von Anabolika im Doping, von Androgenen und Glukokortikoiden kann sich ein Hirsutismus entwickeln. Der bei normalem Androgenspiegel auftretende Hirsutismus ist wahrscheinlich durch eine anlagebedingte Überempfindlichkeit der Hormonrezeptoren der Haarfollikel bedingt.
Befund: Es kommt zu einem vermehrten Wachstum pigmentierter Haare an Oberlippe (Damenbart), Kinn, Brust, Oberschenkelinnenseiten sowie zwischen Bauchnabel und Schambehaarung. Bilden sich zusätzlich männliche sekundäre Geschlechtsmerkmale aus, spricht man von Virilisierung.
Behandlung: Die der Hormonstörung zugrunde liegende Ursache wird, sofern möglich, behandelt. Es werden Medikamente, die die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone an den Erfolgsorganen hemmen (Antiandrogene) eingesetzt; störende Haare können epiliert werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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